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Sie sind hier: Abklärungen / Diagnostik » Prävention/Screening kolorektales Karzinom » Pathogenese 17. August 2017
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Pathogenese

Heredität

Die Ätiologie des Dickdarmkrebses ist vielfältig. Genetische Prädisposition kann eine Rolle spielen, doch stellen eindeutig identifizierte hereditäre Syndrome eine absolute Minderheit bei den Ursachen dar (siehe Abbildung). Unter den hereditären Ursachen haben Patienten mit einem Familial adenomatous polyposis (FAP)-Syndrom ein annähernd hundertprozentiges Risiko, im Laufe ihres Lebens ein Karzinom zu entwickeln. Zudem tritt bei diesen Patienten die maligne Entartung häufig schon in einem früheren Lebensabschnitt auf, weshalb eine engmaschige, regelmässige endoskopische Kontrolle schon in der Jugendzeit indiziert ist. Patienten mit einem Hereditary nonpolyposis colorectal cancer (HNPCC) –Syndrom haben mit rund 80% zwar ein etwas tieferes Erkrankungsrisiko für das kolorektale Karzinom, zusätzlich jedoch noch für maligne Veränderungen des weiblichen Genitaltraktes, der Nieren, des Dünndarms, der Gallenwege und des Pankreas.

 

Aus folgender Abbildung geht deutlich hervor, dass es sich bei der überwiegenden Mehrheit der Kolonkarzinome um so genannte sporadische Tumoren handelt, also solche, die unabhängig von einem umschriebenen Syndrom auftreten (in durchschnittlich 75% der Fälle, Ernährungs- und Lifestyle-bedingt).

 

Aetiologie des Kolonkarzinoms

 
 

Es zeigte sich jedoch, dass auch bei der Gruppe der sporadischen Karzinome die Familienanamnese eine Rolle spielt. Darum sind anamnestische Fragen zur Evaluation des Karzinomrisikos bei jeder Person wichtig (siehe Symptome/Anamnese).

 

Adenom-Karzinom Sequenz

Die Pathogenese des Kolonkarzinoms wird grundsätzlich in zwei Stadien eingeteilt: Einmal die Entstehung eines Adenoms (Tumorinitiation) und danach die Entwicklung des Adenoms zum Karzinom (Tumorpromotion). Man geht heute davon aus, dass zur Adenomentstehung ein initialer Funktionsverlust des APC-Gens verantwortlich ist, während zur malignen Entartung eine fehlende Funktion von DNA-mismatch-repair-Genen gehört.

 

Die beiden genannten hereditären Syndrome stellen Extrembeispiele dieser molekularen Entwicklungsketten dar. Beim FAP-Syndrom ist ein Allel des APC-Gens mutiert. Bei einer zusätzlichen somatischen Mutation des zweiten Allels tritt somit sehr viel häufiger und früher die Entwicklung eines Adenoms ein als bei der übrigen Bevölkerung, bei der zwei somatische Mutationen viel seltener und später, eben erst in der zweiten Lebenshälfte, eintreten. Beim HNPCC kann als Folge des hereditären Enzymdefekts das molekulare Phänomen einer so genannten Mikrosatelliteninstabilität beobachtet werden. Reparaturvorgänge bleiben aus und schon aus kleinen Polypen entwickeln sich in kurzer Zeit Karzinome, während bei anderen Patienten die Entwicklung vom Adenom zum Karzinom eine grössere Latenzzeit aufweist. Das vertiefte Verständnis dieser Adenom-Karzinom-Sequenz hat sowohl wesentliche Einsichten in die Entstehung und Entwicklung maligner Tumoren, als auch in die Möglichkeiten von deren Prävention gebracht [1].

 

 

Referenz

1. Vogelstein B. et al. Genetic alterations during colorectal-tumor development. N Engl J Med 1988;319:525-532

 

 
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23.02.2010 - dde
 


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